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Preisänderungen

Preise für Strom und Gas bleiben 2018 stabil

Wer von seinem Energieversorger über höhere Preise bei Gas oder Strom informiert wird, der sollte von dem Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen. Denn für die Konzerne selbst wird es in einigen Punkten günstiger.

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com

Heidelberg - Kurz nach Ablauf der 6-Wochen-Frist für Preisänderungen zum Jahreswechsel bestätigt sich: Die Mehrheit der Strom- und Gasanbieter hält ihre Preise im neuen Jahr stabil, obwohl Umlagen und Netzkosten tendenziell sinken. Offenbar sieht die Mehrheit der Versorger keinen Spielraum für günstigere Preise. Das zeigt eine Auswertung der Tarifexperten von Verivox.

50 Grundversorger wollen die Preise erhöhen

Während 2016 noch 379 Grundversorger zum Jahreswechsel Preisänderungen vorgenommen hatten, werden zum Januar des kommenden Jahres 99 Versorger ihre Preise ändern: 50 Grundversorger kündigen Erhöhungen von durchschnittlich 2,7 Prozent an. Für eine Familie mit einem Verbrauch von 4.000 Kilowattstunden bedeutet das Mehrkosten von 32 Euro. 49 Versorger werden ihre Preise um durchschnittlich 2,1 Prozent senken, eine Entlastung von 26 Euro.

Staatliche Umlagen gehen zurück

Dabei verbilligen sich zum 1. Januar 2018 verschiedene staatliche Umlagen: Die EEG-Umlage zur Förderung erneuerbarer Energien sinkt um 0,09 Cent auf 6,792 Cent je Kilowattstunde. Die Umlage zur Förderung der Kraft-Wärme-Kopplung und die §19-NEV-Umlage, mit der große Stromverbraucher bei den Netzentgelten entlastet werden, sinken ebenfalls. Gleichzeitig sind die Großhandelspreise für Strom im Laufe des Jahres um rund 3 Prozent gesunken. Und auch die Netznutzungsentgelte werden günstiger - im Bundesdurchschnitt um 4,1 Prozent, regional teilweise noch deutlicher.

Energieexperte: Strompreise bleiben auf Rekordniveau

"Die meisten der über 800 Grundversorger halten die Preise zum Jahreswechsel stabil, obwohl – zumindest regional – die Voraussetzungen für Senkungen gegeben wären", sagt Mathias Köster-Niechziol, Energieexperte bei Verivox. "Offenbar reichen die Spielräume aus geringeren Netzkosten und gesunkener Umlage in diesem Jahr nicht, um Entlastungen an die Verbraucher weiterzugeben. Daher rechnen wir damit, dass auch im kommenden Jahr die durchschnittlichen Strompreise auf dem derzeitigen Rekordniveau bleiben werden", so Köster-Niechziol weiter. Aktuell zahlt eine dreiköpfige Familie gemäß Verivox-Verbraucherpreisindex jährlich 1.131 Euro für Strom.

Gaspreise bleiben weitestgehend stabil

Auch die Gasanbieter halten sich in diesem Jahr zurück. Hatten im letzten Jahr noch 323 Versorger angekündigt ihre Preise zu ändern, sind für den kommenden Jahreswechsel nur 67 Preisänderungen geplant: 46 Versorger senken um durchschnittlich 5 Prozent und 21 Versorger erhöhen um 4,8 Prozent.

"Zwar sind die durchschnittlichen Beschaffungspreise für Gas an den Spotmärkten im Vergleich zum Vorjahr mit 28 Prozent deutlich gestiegen, dennoch hat die Mehrheit der Gasversorger noch Luft, um die Preise für ihre Kunden stabil zu halten", so Köster-Niechziol. Die leicht sinkenden Netznutzungsentgelte tragen zur Preisstabilität bei.

Derzeit befindet sich der Gaspreis für Verbraucher mit 5,74 Cent pro Kilowattstunde auf einem 12-Jahres-Tiefstand.

Bei Preiserhöhung Kündigung einreichen

Strom- und Gaskunden, die in den nächsten Tagen ein Preisänderungsschreiben ihres Versorgers bekommen, haben ein Sonderkündigungsrecht. Aufgrund der kurzen Fristen sollten sie dann aber besser selbst kündigen. Immer noch rund ein Drittel aller Haushalte befindet sich in der meist teuren Grundversorgung. Solche Haushalte haben sowieso jederzeit die Möglichkeit, ihren Vertrag mit einer Frist von zwei Wochen zu verlassen.

Und ein Tarif-Vergleich lohnt sich: Eine Familie mit einem Stromverbrauch von 4.000 Kilowattstunden und einem Gasverbrauch von 20.000 Kilowattstunden, die bisher noch nie gewechselt hat, spart mit einem Anbieterwechsel durchschnittlich 360 Euro bei Strom und 591 Euro bei Gas ein.

Quelle: DPA