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Demonstration

Proteste gegen Erdgasförderung auf Usedom

Energieunternehmen Engie E&P Deutschland plant vor und auf Usedom Erdgas zu fördern. Eine Genehmigung dafür liegt bereits seit 1994 vor. Gegner demonstrierten am Wochenende gegen das Vorhaben.

Erdgasindustrie© wildman / Fotolia.com

Heringsdorf - Rund 400 Menschen haben am Samstag nach Veranstalterangaben in Heringsdorf gegen die geplante Erdgasförderung durch das Energieunternehmen Engie E&P Deutschland auf Usedom protestiert. Aufgerufen hatten die Bürgerinitiative "Lebensraum Vorpommern", Umweltverbände und die Grünen. Die Gegner befürchten unter anderem, dass durch die Förderung Giftstoffe freigesetzt und Grundwasser kontaminiert werden könnten. Die Polizei sprach von etwa 300 Teilnehmern.

Grünen-Politikerin sorgt sich um Trinkwasser

Unter der Insel gebe es nur eine trinkwasserleitende Schicht, sagte die Grünen-Politikerin Ulrike Berger. Komme es zu einer Havarie, wären die Folgen für Einheimische, Touristen und Natur unabsehbar. Zudem müssten fossile Energieträger wie Erdgas im Boden bleiben, um die Energiewende voranbringen zu können.

Engie E&P Deutschland besitzt Genehmigung für Erdgasförderung bereits seit 1994

Engie E&P Deutschland hatte im Oktober beim Bergamt Stralsund das Genehmigungsverfahren in Gang gesetzt und eine landesplanerische Anfrage für das Raumordnungsverfahren zur Erschließung eines Erdgasfeldes gestellt. Das Unternehmen betonte, dass für das Verfahren ein Konzept erarbeitet worden sei, das größtmögliche Rücksicht auf Natur- und Umweltschutz, Tourismus und das Gemeindeleben nehme.

Engie besitzt seit 1994 das Recht zur Erschließung der Erdgaslagerstätte. Das Reservoir liege zu 90 Prozent vor der Küste Usedoms rund 2.600 Meter unter der Erde. Nach Berechnungen der Firma kann rund 25 Jahre lang Gas gefördert werden. Bis zu 15 Arbeitsplätze sollen entstehen.

Quelle: DPA